AFaktive pflanzt weiter – erosionsgefährdete Fläche im Saarland

Im Frühjahr 2026 wurde im Rahmen von AFaktive das erste moderne Agroforstsystem im Saarland gepflanzt. Auf der 12,4 ha großen Pilotfläche des Biolandbetriebs Dörr bei Eppelborn/Wiesbach wurden auf rund 2 ha Fläche 5 Gehölzstreifen angelegt. Das Agroforstsystem verbindet den modernen umweltschonenden Ackerbau des Betriebs mit der Erzeugung von Energieholz, dem Schutz vor Erosion und Starkregenfolgen und der Erhöhung der Biodiversität.

© Till Wagener (IfaS)

Ausgangslage

Die ersten Gespräche mit den Hofbetreibenden drehten sich um die Erosionsprobleme der Fläche, die sich in einer Hanglage befindet. In der Vergangenheit kam es nach kräftigen Regenschauern auf dem Ackerschlag vielfach zu oberflächlich abfließendem Wasser, das Spuren hinterlassen hat. Durch die Wassererosion haben sich bereits im Laufe der Zeit ausgeprägte Rinnen gebildet (s. Fotos unten). Die LandwirtInnen wollten dieser Vulnerabilität – die mit dem Klimawandel zunimmt – entgegenwirken. Genau dort hat das AFaktive-Team angesetzt – mit einem Alley cropping System, in dem die Baumstreifen senkrecht zu den Abflussbahnen des Wassers gepflanzt wurden. Ein Alley cropping System ist ein Agroforstsystem, das aus Gehölzstreifen besteht, zwischen denen eine gewöhnliche landwirtschaftliche Nutzung (Ackerbau oder Grünlandwirtschaft) erfolgt.

Wertschöpfungsketten

Auf den 2,02 ha Gehölzfläche kommen zwei Baumarten zum Einsatz. Am 15.04 wurden 2.800 Pappeln gepflanzt, die zur Energieholzgewinnung dienen werden sollen. Für den kommenden Herbst ist die Pflanzung von ca. 40 Obstbäumen geplant – Mostäpfel zur Produktion von Apfelsaft, der vom Betrieb direkt vermarktet werden soll. Aber das ist nicht alles: Die Streifen sind so geplant, dass es noch weitere Synergien zwischen den Baumarten gibt, denn die Pappeln, die über den Sommer bereits wachsen, entwickeln so schon einen Schutz gegen kalte oder austrocknende Winde für die künftigen Apfelbäume.

Agro… was?

Dass das Interesse an Agroforstwirtschaft wächst, wird für das AFaktive-Team jeden Tag spürbarer. Bei der Pflanzung waren nicht nur „TechnikerInnen“ anwesend – das AFaktive-Team, sowie das kompetente Team von Lignovis als Pflanzungsdienstleister – sondern auch weitere Interessenten von benachbarten Kommunen und Landwirtschaftsbetrieben. Diese waren daran interessiert, wie eine Pflanzung konkret abläuft, was Agroforstwirtschaft für eine Fläche bedeutet und wie die Produkte verwertet werden können. Aufgrund des herrlichen Wetters gab es zudem viele Passanten, die sich das Geschehen von der nahen Straße aus angeschauten.

Für alle die nicht vor Ort sein konnten, wurde die Pflanzaktion gefilmt und bald werden Videos davon auf unserem LUCA YouTube-Kanal zu sehen sein.

Eine Win-Win Situation

Die Pflanzung war ein großer Erfolg. Nun sind wir gespannt die Entwicklungen des jungen Agroforstsystems zu verfolgen. Im Idealfall werden die Bäume nicht nur das Erosionsproblem lösen bzw. mindern, sondern auch Einnahmequellen für den Wackenbergerhof generieren. Um die Auswirkungen der Baumstreifen auf die Erosion und den Wasserhaushalt zu untersuchen, werden auf der Fläche ab demnächst verschiedene Messungen durchgeführt. Wir werden berichten.

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