Agroforstwirtschaft in der Praxis: VABI-Azubis erkunden die Agroforstwirtschaftsfläche bei Inagro

Anfang Mai 2026 besuchten 12 Landwirtschaftsazubis der sechsten Klasse der VABI (einer Landwirtschaftsschule in Roeselare) zusammen mit ihrem Lehrer für Pflanzenbau die Agroforst-Versuchsfläche von Inagro. Ein solcher Feldbesuch passt perfekt in ihre Ausbildung. Das Entdecken neuer Anbautechniken unter realen Bedingungen ist für die Azubis eine unverzichtbare Erfahrung.

Eine Fläche voller Kontraste

Landwirtschaftsazubis entdecken die Agroforstfläche (© Inagro)

Bei ihrer Ankunft fiel den Azubis sofort die einzigartige Struktur der Fläche auf. Diese unterscheidet sich stark von den landwirtschaftlichen Feldern, die sie gewohnt sind. Ordentlich angeordnete Baumreihen in Grasstreifen wechseln sich mit Flächen ab, die für den Ackerbau genutzt werden.

Der Forscher Willem Van Colen stellte die Agroforstwirtschaft als ein Anbausystem vor, bei dem Bäume und Ackerkulturen kombiniert werden. Er betonte, dass es dabei nicht nur um die Produktion gehe, sondern auch um Ökosystemleistungen wie Biodiversität, Kohlenstoffspeicherung und Wassermanagement.

Wasser als Herausforderung und Chance

Die AFaktive-Agroforstfläche stand vor einer besonderen Herausforderung: übermäßig hoher Wasserstand. Wasser floss aus den umliegenden Gebieten auf das Feld und blieb dort über lange Zeit stehen.

Willem Van Coen erklärte: „Zwei der fünf Walnussbaumreihen sind tatsächlich aufgrund der anhaltenden Staunässe abgestorben. Deshalb haben wir die Walnussbäume auf etwa einer halben Meter hohen Aufschüttung neu gepflanzt.

Neben diesem breiten Damm spielen auch die Baumreihen und Grasstreifen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Wasserabflusses. Zusammen bilden die zwei Elemente ein gut durchdachtes System, das auf dem Klimawandel und den zunehmend extremen Wetterbedingungen entgegenwirkt.

Biodiversität in voller Blüte

Walnussbäume in voller Blüte auf leicht erhöhten Bänken (© Inagro)

Die Azubis waren sichtlich beeindruckt von den artenreichen Grasstreifen. Mohnblumen und Kornblumen standen in voller Blüte und sorgten für ein farbenfrohes Bild.

Willem Van Coen erklärte: „Diese Mischungen sind nicht nur schön – sie bieten auch Nahrung und Lebensraum für Insekten. Auf diese Weise fördern wir die Artenvielfalt auf dem Grundstück.“

Die Wichtigkeit der Biodiversität wurde immer wieder als wesentlicher Bestandteil zukunftsorientierter Anbausysteme hervorgehoben. Auch die Hecken an zwei Seiten des Grundstücks weckten die Neugier der Azubis.

Ein Azubi fragte: „Warum wurden diese Hecken hier gepflanzt? Nur wegen der Natur?“ Willem Van Coen: „Die Hecken erfüllen mehrere Funktionen. Sie dienen als Windschutz, fördern die Biodiversität und helfen, den Wasserhaushalt des Feldes zu regulieren.

Forschung in der Anwendung: Monitoring von Insekten

Der Forscher Willem Van Coen erklärt das Insektenmonitoring mithilfe von Fensterfallen (© Inagro)

Ein weiterer besonders interessanter Aspekt für die Azubis war die laufende Forschung. Willem Van Coen demonstrierte, wie Insekten mithilfe von Fensterfallen beobachtet werden.

Wir messen dies unter anderem anhand der Insektenfänge“, erklärte Willem Van Coen. „Indem wir diese regelmäßig auswerten, können wir Veränderungen bei Arten und Populationen im Laufe der Zeit verfolgen.

Aus der Praxis lernen

Der Besuch machte deutlich, dass Agroforstwirtschaft viel mehr ist als nur das Pflanzen von Bäumen. Es handelt sich um ein sorgfältig konzipiertes System, in dem landwirtschaftliche Produktion, Wassermanagement, Klimaanpassung und Natur Hand in Hand gehen. Wie ihr Lehrer treffend zusammenfasste: „Für die Azubis war dies eine einzigartige Gelegenheit, Theorie in der Praxis zu erleben.

Dieter Depraetere, Inagro

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